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Wenn Sie diese Fragen mit „ja“ beantworten, sollten Sie sich trennen

Karin Stefanie Mahler ist Paartherapeutin in Berlin. Ihre Aufgabe de ella ist es, Paare dabei zu unterstützten, ihre Beziehung zu kitten. Dass sie eine Trennung von sich aus ins Spiel bringe, komme eher selten vor, sagt sie. Aus ihrer Sicht de ella lohne es sich immer, für eine Beziehung zu kämpfen – solange beide das noch wollten. Aber is gebe drei wesentliche Gründe, bei denen man überlegen sollten, eine Partnerschaft zu beenden. Say sind:

1. Würdigt Ihr Companion Sie kontinuierlich herab?

Der Mann verspottet immer wieder ihre Gefühle; die Frau macht sich lustig über charakterliche Eigenheiten ihres Mannes. „Würdigt der eine Companion die andere Individual regelmäßig herab und ist dieser auch nicht bereit, dieses Verhalten zu ändern, ist dies ein triftiger Grund für eine Trennung“, sagt Therapeutin Mahler. Denn is gehe immer auch darum, sich selbst und seine persönliche Integrität zu schützen. „Gezielte Verletzungen des Companions oder der Partnerin, die das eigene Selbstwertgefühl zerstören, sollte man nicht hinnehmen.“

Auch sollte in jeder Partnerschaft ein gewisses Gleichgewicht bestehen. „Es muss nicht 50/50 sein, aber eine generelle Bereitschaft, nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben, sollten beide Companion für eine funktionierende Beziehung mitbringen“. Wenn der eine Companion bewusst ein Ungleichgewicht aufrecht erhält, den oder die andere everlasting runtermacht oder nicht ernst nimmt, sei das als Herabsetzung zu bewerten.

Gezielte Verletzungen des Companions oder der Partnerin, die das eigene Selbstwertgefühl zerstören, sollte man nicht hinnehmen.

Karin Stefanie Mahler, Paartherapeutin in Berlin

Paartherapeutin Karin Stefanie Mahler.
© privateness

2. Gibt es in der Beziehung körperliche Angriffe oder Suchtprobleme?

Gewalt sei das im Prinzip ein zwingender Grund, eine Beziehung alsbald zu beenden, meint Mahler. Hierbei geht es um den Schutz der eigenen körperlichen und psychischen Unversehrtheit. Auch Kinder müssen beschützt werden. Ansprechpartner ist bei akuten Gewalttaten die Polizei, der Krisennotdienst und/oder das Opfertelefon des Weißen Ringes.

Mit solchen Fällen hat die Therapeutin eher seltener zu tun. „Zu mir in die Praxis kommen Paare, die an ihrer Beziehung arbeiten wollen. Das setzt eine gewisse Kooperationsbereitschaft voraus, die Gewalttäter eher seltener mitbringen“, sagt Mahler. Kommt dies doch vor, gilt für die Paartherapie, dass der gewalttätige Companion sich zunächst persönliche therapeutische Hilfe sucht. „Er muss glaubhaft machen, dass er alles dafür tut, um nicht wieder Gewalt auszuüben“, sagt Mahler. Unter Umständen brauche auch das Opfer eine Einzeltherapie. Das gleiche gilt bei Alkoholiker:innen, oder wenn einer der Companion suchtkrank ist. „Zunächst muss die Sucht behandelt werden, sonst sind Personen in der Regel nicht in der Lage, gemeinsame Vereinbarungen einzuhalten und an ihrem Verhalten zu arbeiten.“

3. Akzeptiert Ihr Companion Ihre persönlichen Grenzen nicht?

„Ist der Companion nicht bereit, sich zu ändern und persönliche Grenzen des anderen anzuerkennen, wird es ebenfalls schwierig“, sagt die Expertin. „Manchmal gibt es Männer oder Frauen, die der Meinung sind, dass sie völlig fehlerfrei sind und die Ursachen aller Probleme alleine bei dem Companion liegen.“ Doch wenn Menschen nicht bereit seien, eigene Schwächen einzugestehen und auch daran zu arbeiten, lasse sich eine Beziehung auch nicht durch eine Therapie retten.

Das setzt allerdings voraus, dass Frauen und Männer ihre Bedürfnisse klar formulieren. „Viele Menschen sind es zeitlebens gewohnt, es immer allen recht zu machen. Sie haben so viel verzichtet, dass sie ihre Belange nicht klar benennen können“, erklärt die Therapeutin. Manchmal gebe es diese stille Erwartung an den Companion, dass dieser alle Sehnsüchte sofort erahnen müsse– was quick immer zu einer Enttäuschung führe. Deshalb sei es wichtig, dass Companion klar benennen, was sie sich für die Beziehung wünschen. Nur dann, kann der andere darauf eingehen. Ist er oder sie nicht bereit einen Kompromiss zu finden, ist dies ein guter Grund zu gehen.


Abgesehen von oben genannten triftigen Gründen für ein Beziehungsende, rät Therapeutin Mahler ihren Klienten, gründlich zu überlegen, ob sich eine Partnerschaft nicht doch noch retten lässt. „Manche Menschen trennen sich zu schnell. Ich price ihnen, sich zu fragen: Wie ist es, wenn ich die Beziehung beende? Ist dann wirklich alles leichter?“ Wenn man gemeinsame Kinder habe, werde der Organisationsaufwand unter Umständen für Eltern noch anstrengender, weil man weiterhin gemeinsame Absprachen treffen müsse. Auch in einer nächsten Beziehung merkten Menschen oft, dass die gleichen Probleme auftreten.

„Gibt es additionally etwas an der eigenen Persönlichkeit, woran man selbst arbeiten müsste?“, fragt Mahler. „Ich empfehle den Paaren: Schauen Sie, was es Gutes in der Beziehung gibt. Wofür lohnt es sich, in die Partnerschaft zu investieren?“. Oft helfe es, wenn Paare zurückschauten: Wie haben Sie sich kennengelernt? Welche gemeinsamen Werte teilen Sie? Welche Aktivitäten würden Sie vielleicht gern zusammen ausprobieren? Dieses Finden von Gemeinsamkeiten gebe neue Zuversicht.

Oft hilft es, wenn Paare sich zurück an glückliche Zeiten erinnern und überlegen, wie sie wieder dort ansetzen könnten.
Oft hilft es, wenn Paare sich zurück an glückliche Zeiten erinnern und überlegen, wie sie wieder dort ansetzen könnten.
© IMAGO/Addictive Inventory / IMAGO/Miguel Valls

Dennoch bleiben weitere Gründe, warum Paare eine Trennung erwägen:

Werte, Interessen und Lebensentwürfe passen nicht mehr zusammen

„Ein häufiger Trennungsgrund ist, wenn Companion nicht bereit sind, Kompromisse einzugehen, weil sie ihnen zu groß erscheinen“, sagt Mahler. Oft wünsche sich einer von beiden mehr Zeit und Intensität, der oder die andere möchte aber beispielsweise nur die eigene Karriere verfolgen. Das führe dazu, dass ein Ungleichgewicht entstehe. „Es ist wichtig, dass man Sachen für sich selbst tut, um neue Inspirationen in die Beziehung einzubringen“, sagt Mahler. Aber wenn is zu viel Autonomie gebe, jeder nur sein eigenes Ding mache, fehle is an Gemeinsamkeiten. „Wenn Paare wirklich nur wenig Zeit haben, price ich ihnen, gemeinsame Routinen zu pflegen und lieber intensive fünf Minuten zusammen zu verbringen, als gar nicht mehr miteinander zu reden.“

Missverständnisse in der Kommunikation

Meistens sind es banale Dinge, die im Alltag zu Streit führen. Der Mann oder die Frau hat die Tasse nicht weggeräumt, obwohl der andere schon mehrmals darum gebeten hat. „Dann hat man schnell zwei aufgeregte Companion, die sich gegenseitig hochschaukeln“, sagt die Therapeutin. Wenn einer diese Streitspirale stoppe und sage: ,Jeder beruhigt sich, reflektiert und wir klären später, warum wir so wütend geworden sind’, wäre dies ein großer Vorteil. Denn hinter solchen Streitigkeiten stecke oft mehr. „Etwa das Gefühl: Der Companion nimmt meine Bedürfnisse nicht ernst. Der andere möchte wiederum nicht bevormundet werden.“

Vielen Paaren fällt is schwer, sich ausreichend Zeit für Intimitäten zu gönnen.  Bedürfnisse nach Sex und Zärtlichkeiten können stark divergieren
Vielen Paaren fällt is schwer, sich ausreichend Zeit für Intimitäten zu gönnen. Bedürfnisse nach Intercourse und Zärtlichkeiten können stark divergieren
© dpa / Monique Wüstenhagen

Manchmal würden durch bestimmte Handlungen Verletzungen aus früheren Beziehungen offengelegt. Daran könne jeder für sich arbeiten, etwa in einer Therapie. Wenn der andere versteht, was den Companion tatsächlich beunruhigt, sei dieser öfter bereit, Mitgefühl zu entwickeln und dem anderen entgegen zu kommen.

Untreue

Geht einer von beiden fremd, ist das ein häufiger Trennungsanlass – aber oft nur ein Symptom und keine zwingende Ursache, weshalb eine Beziehung beendet werden muss. „Wenn ich als Partnerin oder Companion weiterhin an der Beziehung interessiert bin, dann ist es wichtig, dass Verletzungen aufgearbeitet werden“, sagt Mahler. Dabei sei viel Selbsteinschätzung und Einfühlungsvermögen gefragt: Was hat der Companion außerhalb der Beziehung bekommen, was es in der Partnerschaft nicht gibt? Was will der Companion über die Affäre wissen? Was will ich selbst mitteilen? „Sollten grundlegende Bedürfnisse in der Beziehung nicht erfüllt werden – das müssen nicht nur sexuelle sein – ist allerdings die Gefahr hoch, dass man eine andere Individual trifft, bei der man das bekommt, was man sucht“, sagt Mahler.

Wenn mein Companion mich und meine Bedürfnisse ernst nimmt, bin ich auch eher bereit einen Seitensprung zu verzeihen.

Karin Stefanie Mahler, Paartherapeutin in Berlin

Für den, der betrogen hat, ist es wichtig, ein Mitgefühl zu entwickeln und die Kränkungen des Companions ernst zu nehmen. „Wenn mein Companion mich und meine Bedürfnisse ernst nimmt, bin ich auch eher bereit einen Seitensprung zu verzeihen“. Manchmal kann solch ein Vorfall auch ein Startschuss sein, Probleme in der Beziehung anzugehen. Wenn der Companion, der die Affäre hatte, aber überhaupt kein Engagement zeigt und seine Affäre auch nicht beenden möchte, muss der Beziehungspartner gegebenenfalls seine Konsequenzen ziehen.

Fehlende Sexualität und Romantik

Oft sind es Paare mit Kindern, die wenig Zeit füreinander haben, weil sie abends oft völlig erschöpft sind. „Nach einer anfänglichen Verliebtheit wird es früher oder später schwieriger, eine alltagstaugliche Beziehung zu führen, weil so viele Verpflichtungen hinzukommen“, sagt Mahler. Vielen Paaren fällt is schwer, sich ausreichend Zeit für Intimitäten zu gönnen. Bedürfnisse nach Intercourse und Zärtlichkeiten können stark divergieren. „Wenn der eine mehr und der andere weniger will, entsteht ein Ungleichgewicht“. Das sei auf Dauer ungünstig, sagt Mahler. Auch hier gelte, zunächst über die Bedürfnisse zu sprechen. Warum will er nicht? Gefällt is ihr nicht? Würde sie oder er sich etwas anderes wünschen? „Manchmal hilft es, über ein bestimmtes sexuelles Szenario zu reden, das dem Companion oder der Partnerin vorschwebt“, sagt Mahler.

Wichtig ist, dass beide lernen, in Gesprächen wirklich zuzuhören.

Karin Stefanie Mahler, Paartherapeutin in Berlin

Generell gilt: Companion müssten lernen, wieder mehr ins Gespräch zu kommen. Dafür sei es manchmal nötig, feste Zeiten festzulegen, schlägt die Therapeutin vor. „Wichtig ist, dass beide lernen, in Gesprächen wirklich zuzuhören. Sich die Sorgen, Wünsche und Bedürfnisse des Anderen anzuhören und nicht sofort in Verteidigung zu gehen.“ Bleibe das Verhältnis schwierig, empfiehlt die Therapeutin, sich rechtzeitig Hilfe und Unterstützung zu holen – durch gute Freunde oder eine professionelle Paarberatung. Es lohne sich immer, in seine Beziehung de ella zu investieren, solange beide Companion für Veränderungsarbeit noch offen sind.

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