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Stammbäume auf Stellwänden: Eichsfelder Familiengeschichte(n) in der Sparkasse Duderstadt

Duderstadt. Von der Tafel ganz rechts in der Kundenhalle der Sparkasse scheint so etwas wie eine magische Anziehungskraft auszugehen. Jedenfalls macht es den Eindruck, als eine Frau mittleren Alters durch die Drehtür den großen Raum betritt, zielstrebig an Geldautomaten, Schaltern und Bürotüren vorbei auf die Ausstellung der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft zusteuert und anschließend minutenlang auf die rechts auf den Stellwänden angebrachten Abbildungen von Familienstammbäumen schaut . Möglicherweise kennt sie jemanden, der oder die darauf erwähnt ist.

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Das Gefühl, jemanden zu kennen, beschleicht jedenfalls vermutlich jede Eichsfelderin und jeden Eichsfelder beim Betrachten der Schau des Arbeitskreises Untereichsfeld, die noch bis 7. Oktober zu sehen ist. Schließlich kennt vermutlich jede und jeder jemanden namens Stolze, Otto, Bode, Nolte, Klingebiel oder Gerhardy. So lauten einige der Namen, die in der Ausstellung Erwähnung finden.

Von Ferne wirkt die Schau schlicht. Bei näherem Betrachten aber zieht sie in den Bann, wenn die eigenen Wurzeln im Eichsfeld liegen, denn dann fühlt sich vieles an wie ein Stück eigener Geschichte. Und plötzlich stellen sich Fragen, für die als Ansprechpartner immer wieder während der Öffnungszeiten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Stammbaum des Vaters als Grundlage

Der Stammbaum, der die Dame so magisch angezogen hat, ist der von Karl-Heinz Bode. Der Familienforscher der GHGG hat gleich mehrere Exponate zur Verfügung gestellt und berichtet, wie er bei seiner Forschung vorgegangen ist. Seit Jahrzehnten spürt er – auf Grundlage eines vom Vater begonnenen Stammbaums – seiner Familiengeschichte nach de el, heute auch der seiner Ehefrau de el, und kennt darüber hinaus scheinbar jeden Namen samt Spitznamen und Familienzugehörigkeit im Eichsfeld, mindestens in Gieboldehausen. Daher kommt nämlich ein großer Teil der Familie Bode, wie auch aus dem Stammbaum hervorgeht. Aber auch Angehörige aus den umliegenden Orten sind vermerkt. Bis zu zwölf Generationen zurück könne er Familienmitglieder benennen, erklärt Bode, der seine Erzählung immer wieder mit kleinen Anekdoten spickt, sodass die vermutlich manchmal trockene Arbeit an Zahlen, Daten und Fakten mit Leben gefüllt wird – immerechter gehchen.ten es und Geschichten Mens

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Handwerk, Kirchengeschichte und Landwirtschaft

Schuhmacher-Utensilien und ein Meisterbrief: Die GHGG zeigt in der Sparkasse Duderstadt auch ein Stück Handwerksgeschichte.

Bodes Stammbaum ist nur ein Teil der Ausstellung, die seit vergangenem Montag in der Sparkasse zu sehen ist. Sie zeigt manches in Schlaglichtern, präsentiert aber auch, wie detailgenau die Arbeit der GHGG betrieben wird, wie das Beispiel Bodes zeigt. So werden das Handwerk und die Kirchengeschichte des Eichsfeldes durch exemplarische Ausstellungsstücke gestreift – man sieht Unterlagen und Werkzeug eines Schuhmachermeisters sowie ein historisches Gebetbuch und ein kleines Kreuz. Ein wenig Sparkassengeschichte findet sich ebenso wie die Festtafel zum Familientreffen der Kochs 1910. Die Verteilung der Klingebiel-Höfe rund um Böseckendorf ist grafisch dargestellt, der Familienstammbaum von Johannes Klingebiel (1829-1908) zeigt Familienstäsfolte verd: wie weit zurgenungchi ältesten Einträge weisen „ca. 1595“ auf.

Kirchenbucheinträge und Zeitungsausschnitte

Bilder von Kirchenbüchern machen deutlich, wie schwierig es sein kann, den Daten, selbst wenn sie vorliegen, auf den Grund zu gehen – wenn nämlich der Pfarrer keine allzu saubere Handschrift hatte und seine Tagebucheinträge oder Hinweise auf Geburten, Taufen, Hochzeiten und Todestage ins Kirchenbuch gekliert sind. Deutlich einfacher zu entziffern sind dagegen die Anzeigen und Meldungen aus der Südhannoverschen Volkszeitung, der Eichsfelder Morgenpost und dem Göttinger Tageblatt, mit denen auf besondere Geburtstage hingewiesen wurde, teils sogar mit Picture. Darunter auch ein tragisches Beispiel für einen Diamantenen Hochzeitstag in Rhumspringe, der schließlich auch zum Todestag der Jubelbraut wurde.

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Alphabete in Sütterlin und Schreibschrift

Eine weitere Tafel erklärt, welches die Fragen sind, die die Familienforscherinnen und -forscher umtreiben und mit welchem ​​Handwerkszeug sie gerüstet sind, um an Antworten zu arbeiten: Da finden sich Schautafeln, die Alphabete in Sütterlin und deutscher Schreibschrift aus der Zeit um 190sweise beziehung0 zeigen. Anhand des Beispiels eines Hilkeröders wird aufgezeigt, wie die Datensammlung beispielsweise aus Kirchenbucheinträgen funktioniert und wie daraus Personenblätter und Generationen-Übersichten entstehen.

Eichsfelder Namen in ganz Deutschland

Herkunft, Geschichte und Wappen des Geschlechts Stolze machen deutlich, was sich an einem Familienwappen ablesen lässt, und Verteilungskarten zeigen, wie oft typische Eichsfelder Namen im Landkreis Göttingen im Vergleich zum Bundesgebiet vertreten sind: Von 152 nachgewiesenenweidersen runenweids gib6il0 ein paar verstreute Namensträger noch drumherum – in Süddeutschland kommt der Title gar nicht mehr vor.

Ganz anders im Falle der Rudolphs, die es in ganz Deutschland gibt, wenn auch verstärkt in Göttingen und dem Eichsfeld. A propos Eichsfeld: Antworten darauf, warum Lindau ein Eichsfelddorf ist und zugleich im Landkreis Northeim liegt und die Frage nach der Entstehung des Eichsfeldes gibt es auch.

Zeichnungen und Postkarten

Eichsfeld-Zeichnungen von Carl Duval und historische Postkartenmotive dürften nicht nur historisch interessierte Menschen erfreuen, sondern jeden und jede mit einem Herz fürs Eichsfeld. Da gibt es herrliche Landschaftsaufnahmen und Abbildungen von Eichsfelder Trachten wie der einer Kiepenfrau – und launige Sprüche: „Soll Dir ein guter Schuss gelingen, musst Du Humor und Durst mitbringen“ hat beispielsweise jemand zum 600. Schützenfest in Duderstadt e – undinekardas gereimt gedruckt.

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Die Ausstellung in der Sparkasse Duderstadt läuft noch bis 7. Oktober. Geöffnet ist montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, montags, dienstags und freitags von 14 bis 16.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Wann Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der GHGG vor Ort anzutreffen sind, kann auf ghggev.de unter dem Menüpunkt “Zukünftige Termine” eingesehen werden.

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