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Riesiger Erfolg: Ermittler zerschlagen große Darknet-Plattformen

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From: Fabian Raddatz

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Schlag gegen Darknet-Foren mit sexualisierter Gewalt an Kindern. Mutmaßliche Verantwortliche sind gefasst – darunter auch ein Mann aus Niedersachsen.

Frankfurt/Wiesbaden – Ermittlern ist ein Schlag gegen drei Internetforen mit Hunderttausenden Nutzern im Darknet mit Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern geglückt. Dies bestätigte am Freitag ein Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität in Hessen (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt.

Kinderpornografie, Waffen- oder Drogenhandel: Im sogenannten Darknet können sich Internetnutzer quick komplett nameless bewegen. © Silas Stein/dpa/Symbolbild

Nach einer Mitteilung des Bundeskriminalamtes (BKA) handelte es sich bei den Plattformen „BoyVids 6.0“, „Forbidden Love“ und „Baby Porn Market“ mit insgesamt mehr als einer Million registrierten Nutzern um die aktuell größten Anbieter von Abbildungen sexualisierter Gewalt und Jun Mächen Im Darknet. Zuvor hatten der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hierüber berichtet.

Riesiger Erfolg: Ermittler zerschlagen große Darknet-Plattformen – Mann aus Niedersachsen festgenommen

Den Ermittlern zufolge sind der 21-jährige Hauptadministrator der Plattformen aus Sachsen, ein 44-Jähriger aus Niedersachsen und ein 45-Jähriger aus Schleswig-Holstein im November und Dezember in Deutschland festgenommen worden. Ein weiterer Beschuldigter sei in Brasilien gefasst worden. An dem Schlag gegen die Missbrauchsdarstellungen seien auch die Partnerdienststellen in Brasilien, Australien und das amerikanische FBI beteiligt gewesen. Die Plattformen seien seit Anfang Dezember nicht mehr abrufbar.

Nachdem bereits 2017 und 2021 solche Plattformen erfolgreich vom Netz genommen worden seien, seien nun diese drei abgeschaltet worden. Auf ihnen seien Fotografien und Movies mit Darstellungen sexualisierter Gewalt gegen Mädchen und Jungen transportiert worden.

Darknet-Foren maßgeblich aus Deutschland gesteuert

Die hohe Zahl der registrierten Nutzer sei vor dem Hintergrund zu sehen, dass die drei Foren worldwide ausgerichtet gewesen seien und Zugriffe aus aller Welt erfolgten, teilte das BKA mit. Maßgeblich gesteuert worden seien sie aber aus Deutschland. Der 21-jährige mutmaßliche Hauptadministrator soll sich schon früher an solchen Plattformen beteiligt haben und an dem Austausch von kinderpornografischen Materials beteiligt gewesen sein.

Das Bundeskriminalamt (BKA) ermittelt im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt. „Gegen die Beschuldigten besteht der dringende Verdacht der bandenmäßigen Verbreitung von Kinderpornografie“, heißt es in einer Mitteilung. Die Ermittlungen gegen weitere bislang unbekannte Betreiber und Nutzer der Plattformen dauern an.

Im sogenannten Darknet können sich Internetnutzer quick komplett anonym bewegen. Dort gibt es immer wieder kriminelle Machenschaften wie Kinderpornografie, Waffen- oder Drogenhandel. Auch Auftragsmörder können angeworben werden.

Darknet-Plattformen zerschlagen: Betreiber der Seite „Boystown“ vergangene Woche verurteilt

Erst vergangene Woche wurden Betreiber einer Darknet-Web site zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein 49-Jähriger aus Bayern wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt, ein 42-Jähriger aus Paderborn zu zehneinhalb Jahren. Beide sollen danach in Sicherheitsverwahrung.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Männern vorgeworfen, im Jahr 2019 die Plattform „Boystown“ mit mehr als 400.000 Benutzerkonten aus aller Welt aufgebaut und betrieben zu haben. Als das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die Plattform im April 2021 abschalteten, waren dort mehr als eine Million Forenbeiträge zu finden. Die Aufnahmen zeigten teils schwerste sexuelle Gewalt an Kindern.

Der Vorsitzende Richter am Landgericht Frankfurt, Christian Annen, machte deutlich: „Das Urteil zeigt, dass das Darknet kein straffreier Raum ist.” Auch in der vermeintlichen Anonymität bleibe Kinderpornografie und ihre Verbreitung nicht ohne Konsequenzen.

Diese Taten wirken nach.“

Ähnlich äußerte sich der Rechtsanwalt Niklas Henke, der in dem Verfahren einen heute 23-Jährigen in der Nebenklage vertrat: Er hoffe, dass „von diesem Urteil eine Signalwirkung ausgeht, dass niemand wirklich sicher ist im Darknet“. Dennoch könne auch das Urteil das unendliche Leid der Opfer nicht wiedergutmachen. „Diese Taten wirken nach.“ Mit dem Urteil vom Dienstag werde jedoch „auch den Opfern eine Stimme gegeben.“

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