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Ein rekordverdächtige wilde Müllkippe in Hamm nervt die Bürger

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From: Stefan Gehre

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Bis zu zwei Meter hoch sind die Müllberge an der Robert-Koch-Straße. Sie wurden von der Vivawest zusammengetragen. © © Andreas Rother

Wilde Müllkippen in Hamm gibt es in jedem Stadtteil. Doch ein Müllberg in Wiescherhöfen ist rekordverdächtig.

Wiescherhöfen – Es dürfte sich um Hamms derzeit größte wilde Müllkippe handeln. Sie befindet sich am Anfang der Robert-Koch-Straße, genauer gesagt dort, wo früher Zechenhäuser der RAG standen. Und: Augenscheinlich wurde ein Teil des dort aufgeschichteten Mülls bereits vor Jahren auf dem weitläufigen Gelände abgekippt. Auch einige tote Ratten wurden dort gefunden.

Eigentümerin des Grundstücks ist die Vivawest, die es aus Gründen der Verkehrssicherung eingezäunt hat. Dennoch wurde von dem Unternehmen zum Teil auch noch relativ frischer Müll gefunden – additionally Müll, der vor nicht allzu langer Zeit dort unlawful entsorgt wurde. Im Auftrag der Vivawest, die zudem einen umfangreichen Rückschnitt durchgeführt hat, wurde das Gelände jetzt durchkämmt und der Müll auf mehreren bis zu zwei Meter hohen Haufen zusammengetragen.

Robert-Koch-Straße: Vivawest trennt gefundenen Müll

Auf einem Müllberg befindet sich vor allem Metallschrott, auf einem anderen unter anderem Stühle, Elektrogeräte wie Gefriertruhen und Fernseher und zahlreiche Autoreifen. Etliche Gegenstände sind bereits von Moosen, Algen oder Flechten überzogen, was darauf schließen lässt, dass sie schon seit längerer Zeit auf dem Gelände liegen.

In der Pelkumer Fb-Gruppe wurde in den letzten Tagen viel über die Müllberge diskutiert. Gruppen-Administrator Ralf Kern beispielsweise fährt dort regelmäßig vorbei. „Anfangs dachte ich noch, dass dieser Sperrmüll irgendwann einmal entsorgt wird. Das scheint eher nicht der Fall zu sein. Schön ist dieser Müllberg wohl eher nicht, und er trägt sicherlich nicht für ein positives Picture des Stadtteils bei“, schreibt er. Andere Nutzer kritisieren den Zustand des Geländes ebenfalls oder wollen erfahren haben, dass es demnächst bebaut werden soll.

Robert-Koch-Straße: Keine konkreten Pläne für Nachnutzung

Laut Vivawest ist dem aber nicht so. „Für die Nachnutzung des Grundstücks gibt es derzeit keine konkreten Pläne“, teilte das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung mit. Was die Müllberge betrifft, so werde man eine fachgerechte Entsorgung und mögliche juristische Schritte prüfen, hieß es weiter.

Auch wenn eine Bebauung des Geländes aktuell nicht akut ist: Die Stadt Hamm hat sie weiter auf dem Schirm. Anfang 2014 hatte das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes mit dem Flächenpool NRW für die Städte ein neues Instrument zur Flächenentwicklung bereitgestellt und mit der Nennung von geeigneten Flächen um Beteiligung gebeten. Hamm hatte sich mit drei Flächen beworben, darunter auch die Robert-Koch-Straße. Ziel ist es, den Flächenverbrauch im Freiraum zu reduzieren und die Innenentwicklung zu fördern. Der Flächenpool NRW zielt darauf ab, in enger Abstimmung mit den Städten detailliert hier Sachaufklärung zu betreiben und Planungsprozesse in Richtung Eigentümer verständlich zu machen.

Robert-Koch-Straße: Stadt für Innenentwicklung

Geschehen ist bis heute aber nichts – trotz des großen Interesses der Stadt an der Entwicklung des Innenbereichs zwischen Robert-Koch-Straße, Große Werlstraße, Virchowstraße und Heinz-Bülling-Straße. Bereits Mitte der 1990er-Jahre wurde mit dem Eigentümer die Zielsetzung entwickelt, die Fläche einer Wohnbebauung zuzuführen. Dabei wurde mit der Planung von Einbeziehungsweise Zweifamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern ein Verfahren für die Aufstellung eines Vorhaben- und Erschließungsplans eingeleitet. Aus bergrechtlichen Gründen nahm der Haupteigentümer damals aber von der Realisierung der Wohnbebauung Abstand, das Planverfahren wurde eingestellt. „Die damalige Zielsetzung zusammen mit einer Verwirklichung des Grundsatzes des Flächenpools NRW, die Innenentwicklung zu fördern und diese Flächen einer Wohnbebauung zuzuführen, ist entsprechend immer noch aktuell,” hatte es 2014 bei der Bewerbung geheißen.

Und dass das noch immer aktuell ist, zeigt der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP in der Stadt Hamm. Dort heißt es beim Thema „Bauen“ unter anderem: „Darüber hinaus setzen wir verstärkt auf die Reaktivierung von bisher genutzten und ggf. bebauten Flächen, die Möglichkeit der Erweiterung und Vergrößerung bestehender Häuser und eine Entwicklung bestehender Quartiere mit dem Ziel, neuen Wohnraum in bereits bebauten Gebieten zu aktivieren

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